Florian Weiss (-Glanzmann) - «Unikat»


Vernissage: Freitag 29. Januar 2010, ab 18 Uhr  gepard14

Der Ausstellungszyklus 2010 im gepard14 wird von einem jungen Absolventen der Hochschule der Künste Bern begonnen. Florian Glanzmann (*1981 in Niederbipp, BE), auch bekannt als florolf, zeigt in seiner Ausstellung «Unikat» eine Fülle neuartiger Werke, die während seinem zweimonatigen Aufenthalt im offspace gepard14 entstanden sind. Sein Schaffen fokussierte er indes auf eine Kombination früherer Arbeiten, um etwas gänzlich Neues zu entwickeln. Dabei wird unter anderem die bestehende Idee einer Verknüpfung der jeweils solitär verwendeten Materialien Wellkarton und Styropor ausgeweitet. Diese zwei ständigen Begleiter in florolfs Werken generieren in symbiotischer Art und Weise eine neue Formsprache im Künstleroeuvre. Die grossformatigen Rasterinstallationen an den Wänden suggerieren auf den einzelnen Pixel reduzierte Schriftzüge und kubische Gitterflächen. Auf den ersten Blick ist kaum zu erkennen, dass hinter den komplexen Wandpaneelen ein evolutionistischer Arbeitsprozess steckt, der den Übergang von der Einfachheit zur Komplexität elegant umgeht. Denn die dafür notwendigen Skizzen und Entwürfe sind minimal und relativ spontan auf Papierformat DIN-A4 entstanden. So benutzen seine Rauminszenierungen ebenfalls die Parameter «einfach» und «komplex» und arbeiten mit dem Prinzip der Wiederholung. Die aus gestecktem Wellkarton „geflochtenen“ Rauminstallationen wirken in sich stabil, zeigen aber bei näherem Betrachten eine äusserst fragile und sorgfältige Gliederung. florolf bewegt sich dabei im Grenzbereich zwischen 2D und 3D. Erwischt man den optimalen Sichtwinkel auf das wellenförmige Objekt, so lässt sich eine (räumliche) Dreidimensionalität in der Struktur erkennen. Weniger gerastert wirken die luftig-leichten Styroporskulpturen, welche nach dem Zufallsprinzip entstehen, doch nichtsdestotrotz eine homogene Struktur ergeben. Durch den Zusammenhalt zwischen der feingliedrigen Zahnstocher-Konstruktion und den Styroporwürfeln ergibt sich dem Künstler die Möglichkeit, seine Werke in den Raum zu transferieren. Zeichnen im Raum. Ein potenzielles Versuchsfeld, das florolf noch vermehrt künstlerisch umsetzten möchte.

 

Zuletzt waren Arbeiten von Florian Glanzmann unter anderem an der Weihnachtsausstellung 2009/10 im Centre Pasquart in Biel, in der Galerie Béatrice Brunner, Bern (Einzelausstellung „Seehsicht“, 2009), in der chapelle-nouvel.ch (Biel) sowie der Cabane B (Bümpliz Nord) (Einzelausstellungen, 2008) oder auf der Biennale Bern (2005) zu sehen.

 

Michael Sutter